Weitwanderweg Nibelungengau, 3. Etappe, Marbach - Maria Taferl

Weitwanderweg Nibelungengau, 3. Etappe, Marbach - Maria Taferl. Was für ein Tag! Nebel, Nieselregen, Wolken, kein einziges Stück blauer Himmel. Was ich am Beginn meiner Wanderung in Marbach, auf der 3. Etappe des Weitwanderweges Nibelungengau, noch nicht wußte: Es ist ein Feuersalamandertag.

Am Donauufer steht die Panoramatafel von Marbach, eine gute Übersichtskarte für die Bewegungsarena Nibelungengau. Von hier aus gehe ich durch die Ortschaft, weg von der Donau, leicht bergauf, Richtung Norden, in's Donau Hinterland. Vorbei am Gasthaus zur Hinterbrühl, vorbei an der Winkler Mühle, ab in die Steinbachklamm. Es ist Herbst, Laub liegt auf dem nassen Waldboden. Plötzlich bewegt sich etwas vor, ja fast schon unter, meinem Fuss! Ein Feuersalamander läuft davon, versteckt sich im Gebüsch. Ich gehe weiter, noch zwei dieser geheimnisvollen Waldbewohner sehe ich erst im letzten Moment vor meinen Füssen fliehen. Die Salamander mit ihrer gelb-schwarzen Färbung sind im Herbstlaub, auf dem Waldweg, kaum zu erkennen, wenn sie sich nicht bewegen. Ich richte meine Aufmerksamkeit jetzt verstärkt auf den Waldboden, auf die Feuersalamander, weil ich keinen verletzen will. Die ersten wollen sich noch nicht so recht fotografieren lassen, hauen ab, suchen Schutz in Verstecken neben dem Weg. Der achte Feuersalamander hat keine Angst. Es hat sich wohl herumgesprochen, dass sie von mir nichts zu befürchten haben. Anstandslos lässt er sich von allen Seiten fotografieren, sogar von vorne, mit Blick in die Kamera. Wie ein Model steht er geduldig für eine Fotoserie zur Verfügung. Ich sehe an diesem Tag, in den Wäldern unterhalb von Maria Taferl, ca. 30 Feuersalamander.

Auf Feld- und Waldwegen nähere ich mich meinem heutigen Etappenziel. Hinter Nebelschwaden ist die Wallfahrtskirche Maria Taferl zu erkennen. Eine grandiose Herbststimmung liegt über der nassen, nebeligen Landschaft. Der Platz vor der Wallfahrtskirche ist menschenleer, ebenso die Aussichtsterrasse davor. Bei Schönwetter hat man von hier eine wunderbare Aussicht über das Donautal und das dahinterliegende Mostviertel, über die Voralpen bis zum Alpenhauptkamm weiter südlich. Eine Infotafel benennt mit Richtungspfeilen die Alpengipfel, die heute leider nicht zu sehen sind. Nicht einmal die Donau zeigt sich, dichter Nebel verhindert einen Weitblick.

In der Kirche ist auch nicht viel los. Ich gehe die Stiege rauf zum Chor, beeindruckend sind die vielen Marien-Taferln, die an den Wänden hängen. An den Steinmauern und Zäunen entlang des Panoramaweges auf der Südseite des zweitgrößten Wallfahrtsortes Österreichs präsentieren sich noch prächtige, blühende Pflanzen im Oktobernebel. Bei der Bushaltestelle beende ich meine Wanderung. Ein wirklich schöner Wandertag, mein Feuersalamandertag.

Das Foto unten zeigt einen Feuersalamander in der Steinbachklamm.

Ein Feuersalamander im Nibelungengau