Weitwanderweg 09, 3. Etappe, Eidenberger Alm - St. Florian

Österreichischer Weitwanderweg 09, 3. Etappe, Eidenberger Alm - St. Florian. Mein Plan sah bei der Eidenberger Alm im Mühlviertel nicht das Ende meiner Wanderung auf der 2. Etappe des 09ers vor.

Ich ziehe weiter südwärts, Richtung Linz, direkt zur Giselawarte.

Es beginnt zu regnen. Sauschlechte Sicht hier, leider. Von der Giselawarte wäre ansonsten der Blick frei bis zu den Gipfeln des Alpenhauptkammes im Süden.

Was tun wenn es während der Wanderung zu regnen beginnt?

Richtig! Regenjacke anziehn. Das kann man sehr gut auch im Gehen machen.

Verrichtungen im Gehen sind manchmal gut, um floating und timing beim Wandern nicht zu stören oder gar zu hemmen. Man kommt, je nach Tätigkeit, gleich mal ordentlich weiter, wenn man im Gehen z.B. die Regenjacke anzieht. Eine fließende Bewegung, Rucksack runter, Jacke raus, anziehen, Rucksack rauf.

Dies entspricht einer meiner Erfahrungen als Weitwanderer nach Abschluß einiger Weitwanderwege. Stehenbleiben würde manchmal, nicht immer, Bewegungsfluß, Harmonie, das Gehen an sich, den energetischen Rhytmus, die Balance mit der Natur, stören, hemmen, ist für Manches nicht notwendig.

Die Energie der Bewegung wird z.B. nicht nur nicht unterbrochen, sondern gefördert, wenn ich in der Fortbewegung einen Schluck Wasser trinke. Rucksack runter, einhängen am Arm, Flasche raus, trinken, Flasche rein, Rucksack rauf.

Verschiedene Bewegungen vereint zu einem wohltuenden Ganzen, harmonisch, im Einklang mit der Natur, zum einzigartigen, griffigen Sein.

Was ist die Natur? Ist die Natur nicht Entgegengesetztes, harmonisch vereint?

Verrichtungen im Gehen sind allerdings nur dort angebracht, wo der Weg keine erhöhte Aufmerksamkeit erfordert! Ausgesetzte Stellen, Beachtung von Wegmarkierungen, gefährliche Pfade, etc. verbieten derlei Vorgehensweisen oder gar Experimente.

Selbstverständlich ist z.B. auch Stehenbleiben, Rasten, Innehalten, etc. nicht nur nicht schlecht, sondern immer wieder mal auch empfehlenswert und notwendig.

Ausschlaggebend und bestimmend ist immer die einmalige Einzigartigkeit der betreffenden Raum-Zeit Konstellation im Augenblick des individuellen Seins.

Schlechte Aussicht, aber ich bin bei der Giselawarte wenigstens im Trockenen. Ein Wanderpaar begegnet mir. Wir grüßen uns freundlich. Soo viele wandernde Artgenossen sind heute nicht unterwegs.

Der Regen dauert nicht lange. Ich gehe zum Gasthaus, das jedoch erst in 20 Minuten öffnet. Ich will nicht warten und ziehe weiter, von der Giselawarte abwärts nach Lichtenberg. Während des Gehens habe ich schöne Aussicht auf Linz und Umgebung.

Es gibt Essen in einem Lokal in Lichtenberg im Gastgarten, vis a vis einer neu gebauten Kirche. Nett, anziehend, freundlich, einladend, eigentlich so wie es sein sollte. Mit meinem Tischnachbarn ergibt sich ein Gespräch über Kirche, Religion und Sonstiges. Ich mag Unterhaltungen.

Die Chefin des Lokales empfiehlt Kartoffel Cordon Bleu. Es schmeckt sehr gut.

Hier in Lichtenberg unterbreche ich diese Etappe und beende meine heutige Tageswanderung. Es fährt ein Bus nach Linz. Ein Railjet der ÖBB ermöglicht eine Ankunft in Wien am frühen Abend. Es war ein schöner Tagesausflug, Dauer ca. 11 Std.

Die Fortsetzung und Beendigung dieser Etappe bringt mich ein zweites mal mit dem Zug nach Linz. Auf der Wiener Strasse ziehe ich Richtung Süden, hole mir einen Stempel für meinen Wanderführer bei Kaffee und Kuchen in einem Cafe.

Ich überquere den Traun Fluss und gehe dann durch schöne oberösterreichische Landschaft nach St. Florian. Das imponierende Stift gestattet ohne Weiteres einen längeren Aufenthalt samt Besichtigung und Essen im Stiftsrestaurant (Lachsforellen-Filet aus eigenem Fischteich).

Die Bushaltestelle vor dem Stiftseingang ermöglicht eine bequeme Rückreise mit Bus nach Linz und Weiterreise mit Zug nach Wien (Tagesausflug, ca. 9 Stunden).

Das Foto unten zeigt einen Ausblick bei Lichtenberg zum Alpenhauptkamm im Süden (starker Zoom).

Ausblick bei Lichtenberg, Linz, zum Alpenhauptkamm im Süden