Weitwanderweg 05, 16. Etappe, Trofaiach - Mugel

Österreichischer Weitwanderweg 05, 16. Etappe, Trofaiach - Mugel. Ein Cafehaus in Trofaiach ist Startplatz für meine 16. Etappe des Klassikers unter den österreichischen Weitwanderwegen, dem Weitwanderweg 05, auch schlicht und einfach Nord-Süd-Weg genannt. Ein guter Kaffee am Morgen, in angenehmer Atmosphäre, im Kreise einiger TrofaiacherInnen - so läßt sich ein guter Wandertag beginnen. Ich bin frech und variiere gleich zum Auftakt dieser Wanderung meinen Wanderweg.

Statt über Trabocher See und Niederung, wie im Wanderführer vorgesehen, gehe ich einen direkten Weg nach Leoben. Parallel zur Straße und einem kleinen Bach führt ein Radweg über St. Peter Freienstein und Donawitz nach Leoben. Radfahrer sind nicht viele unterwegs, der Weg ist schön ausgebaut und wird auch von Joggern benutzt. Rückblickend habe ich immer wieder mal Sicht auf Eisenerzer Alpen und Trenchtling.

Auf der Rückseite der langestreckten Voest Industrieanlage in Donawitz ergeben sich interessante Fotomotive einer alten Stahlproduktions- und verarbeitungsstätte (unter anderm Eisenbahnschienen) eines internationalen österreichischen Vorzeigeunternehmens. Dabei ist es gar nicht laut, schmutzig oder sonst irgendwie störend. Ästhetische Industrienostalgie oder nostalgische Industrieästhetik - was nun? Die Anlage ist natürlich noch in Betrieb.

Der Weg führt mich über die Mur direkt ins Zentrum von Leoben. Leoben ist die zweitgrößte Stadt der Steiermark und unter anderem Sitz der angesehenen Montanuniversität. Leoben hat eine lange Geschichte, zurückreichend bis in die Hallstattkultur. In dieser Epoche, die sich zwischen 800 und 450 v. Chr. darstellt, wurde Bronze durch Eisen ersetzt. Ein bedeutender Fundort aus dieser Zeit ist das Gräberfeld auf der Brunnleiten in Leoben-Hinterberg. 27 Gräber wurden bis jetzt registriert und tlw. freigelegt.

Der Weg führt mich durch die Altstadt von Leoben, ich mache eine angenehme Rast im Schanigarten eines Cafes am Hauptplatz. Etwas südlich gehe ich dann vorbei an Jakobikirche und Jakobikreuz, leicht aufwärts bis zur Ruine Maßenburg. Danach folge ich den Markierungen des 05ers, aufwärts, auf Fußwegen, durch Wald, ein paar mal eine Forststraße querend. Die "Schmollhuam", ein ehemaliges Gasthaus, ist tlw. abgerissen, der Platz vor dem stehengebliebenen Rest ist planiert. Ein Holzkreuz samt Schild und Inschrift "RIP" (rest in peace), September 2015, zeugt von Abschied. In meinem Wanderführer ist die Schmollhube noch als Einkehrgasthaus angeführt.

Bei der Gstattmoaralm bin ich schon auf hochgelegenem Almgebiet. Oben, auf dem Mugel, vor dem Mugelschutzhaus, angekommen, erfreue ich mich zuerst an der schönen Aussicht rundum. Der Mugel, nomen est omen, hat tatsächlich eine schön hügelig abgerundete Gipfelform, immerhin auf 1.630 m Seehöhe. Zwei Wanderer aus dieser Gegend beschweren sich lauthals, dass das Schutzhaus heute (Dienstag) Ruhetag hat. Die Einführung eines Ruhetages hier heroben dürfte neu sein (Juni 2016). Im Winterraum steht ein Automat mit Getränken.

Mein Weg führt mich weiter. Ich verlasse den Mugel über einen Weg auf der Nordseite und komme vorbei am Fernsehsender, dessen Antenne vom Tal aus gut zu sehen ist. Bei der Almhütte und Jausenstation Ochsenstall mache ich eine kurze Rast, stärke mich mit Brettljause und Getränk. Ein Gast erzählt von Murmeltieren bei der Alm. Der weitere Abstieg bringt mich hinunter nach Niklasdorf. Von hier fährt ein Bus nach Bruck an der Mur zum Bahnhof.

Das Foto unten zeigt die Antenne auf dem Mugel von oben, beim Abstieg nach Niklasdorf. Blickrichtung Nordwest, Richtung Alpenhauptkamm.

Der Mugel in der Obersteiermark, Steiermark