Weitwanderweg 06, Wiener Mariazeller Pilgerweg, 5. Etappe, St. Aegyd am Neuwalde - Mariazell

In St. Aegyd am Neuwalde in Niederösterreich starte ich in die 5. und letzte Etappe meines Wiener Pilgerweges nach Mariazell. Einige Kilometer führt der Weg zuerst der Straße entlang ins Unrechttraisental. Ich beschwere mich nicht, dies ist schließlich ein Pilgerweg.

Danach gehe ich aufwärts auf das Kernhofer Gschaid, welches immerhin auf einer Höhe von 963 m liegt. Nun ist wieder ein Stück Straße ( St. Aegyd - Terz ) angesagt, bis bei einem kleinen Parkplatz die Abzweigung ins Fadental erfolgt. Hier wird's jetzt ziemlich einsam, jedoch nicht mühsam. Auf schönen breiten Forstwegen marschiere ich über den Krummbachsattel Richtung Walster. Es ist gerade Laichzeit der Frösche. In Tümpeln neben dem Weg beobachte ich Massen von Fröschen, Laich, Amphibien, Kröten und anderes Getier. Aufgrund des faszinierenden Naturschauspiels übersehe ich ein wenig die Zeit. Jetzt muß ich mich beeilen, schließlich will ich am Abend in Mariazell sein!

Ohne anzuhalten wandere ich, an einem Bildstock vorbei, bis zur "Wuchtelwirtin". Hier stärke ich mich mit Speis und Trank. Der Weiterweg bringt mich zum malerischen Hubertussee. Auch an dessen Ufern: Frösche, Amphibien, Laich, ein absolut beeindruckendes Bild der Natur. Beim Bruder Klaus Kirchlein mache ich eine kurze Rast. Die färbigen, mit Figuren versehenen Fenster der Kirche verleihen dem Innenraum ein mysthisches Flair. Von der Kirche aus verläuft der Weg noch ein Stück neben dem See, dann nach links, auf einer Straße, der Walster entlang abwärts.

Und hier, bei einer Station des Rosenkranzweges, geschieht das Wunder!

Zwei Engel winken mir von der Bank neben dem Rosenkranzmarterl zu.

Ich winke freundlich zurück. Meine Füße schmerzen, das rechte Knie will nicht mehr. In der Nachmittagshitze schleppe ich meinen schweren Rucksack, erschöpft, verschwitzt, leidend, noch 2 Stunden Straßenweg bis zur Basilika von Mariazell vor mir.

Die barmherzigen Engel laden mich ein, mit ihrer himmlischen Kutsche bis Mariazell mitzufahren. Allzu schnell vergeht die Zeit im Gespräch mit den ätherischen Wesen. Im Nu ist die Fahrt vorbei, ein letzter Gruß, ich finde mich wieder auf dem Zufahrtsweg zur Basilika, habe noch 200 Meter zu gehen!

Dankbar schleppe ich mich in das herrliche Gotteshaus, in die kühle, sinnliche Stille der Mariazeller Basilika. Mein Weitwanderweg 06 ist zu Ende, ich bin am Ziel dieser Wanderung angelangt.

Vielen Dank all den netten Leuten und Engeln, denen ich auf dieser Wanderung begegnen durfte.

Das Foto unten zeigt ein paar Frösche mit Laich im Hubertussee, Steiermark.

Walter Schwaighofer, Wien

Frösche und Laich im Hubertussee, Walstern, Steiermark