Weitwanderweg 07, 12. Etappe, Retz - Mailberg

Österreichischer Weitwanderweg 07, 12. Etappe, Retz - Mailberg. Mit der vorigen 11. Etappe meiner Wanderung auf dem österreichischen Weitwanderweg 07 beendete ich dessen ersten Streckenabschnitt. Er führte mich vom Nebelstein im äussersten, westlichen Waldviertel durch typische Waldviertler Landschaft mit Granitblöcken, viel Wald und Thaya Flußlandschaft im Nationalpark Thayatal bis nach Retz im Weinviertel.

Der nun beginnende zweite Streckenabschnitt wird mich quer durch das Weinviertel nach Wien und weiter der Donau entlang bis nach Hainburg führen. Dieser Streckenabschnitt mit 7 Etappen wird auch als Weinviertler Grenzlandweg bezeichnet.

Retz ist eine bezaubernde kleine Stadt. Wahrzeichen ist die Windmühle, die wunderschön in den westlichen Weinbergen liegt. Ich statte der Windmühle einen separaten Besuch ab, da ich beim Einmarsch in Retz die Richtung laut Wanderführer variierte, aus Norden einlangte und somit nicht direkt an der Mühle vorbeikam. Der große Hauptplatz mit alten Bürgerhäusern und freistehendem historischen Rathaus beeindruckt mich. Einen Euro für den Automaten am Aufgang zum Aussichtsturm kann man bezahlen. Oben habe ich einen schönen Rundumblick über Stadt und Umland.

Ich verlasse Retz auf dem markierten Wanderweg Richtung Süd-Ost. Über offenes Gelände auf Feld- und Güterwegen erreiche ich Ragelsdorf. Von hier geht es in einem Bogen weiter durch Feld- und Weinlandschaft bis zum Hutberg. Ein alternativer Weinbauer mit neuem Weinberg-Konzept bietet mir Obst an, welches am Rand und zwischen den Weinstöcken wächst. Herrlich, frisches Obst, direkt aus dem Weinberg, ein köstlicher Genuß bei einer kurzen Rast. Danke für die Gastfreundschaft!

Eine lange Kellerdrift führt hinunter nach Haugsdorf, wo ich eine kurze Rast einlege und mich in einem Gasthaus stärke. Zum Teil auf der Strasse gelange ich dann nach Alberndorf, das ich in einem Bogen südlich umwandere. Über einen schönen Wanderweg, an Weingärten vorbei, erreiche ich die Straße Hadres - Immendorf. Dann steige ich über Fuhrwege, Forstwege und teils verwachsene Wanderwege auf den bewaldeten Buchberg auf. Dieser "Berg" hat eine - für das an sich flache Weinviertel - beachtliche Höhe von 417 m und kann sogar mit einem Gipfelkreuz aufwarten. Der Abstieg erfolgt in östlicher Richtung auf Naturpfad und Schotterweg durch Wald. Beim Verlassen des Waldes, ca. auf halber Höhe des Buchberges, ergibt sich ein wunderschöner Blick über die Weite des vor mir liegenden Weinlandes. In der Ferne ist die Staatzer Klippe zu sehen, ein aus der Weinviertler Waschbergzone herausragender Kalkfelsen.

An dieser Stelle erhalte ich einen Anruf. Mit dem Handy ist man ja (fast) überall erreichbar. Fluch und Segen in Einem. Ich gehe plaudernd, ohne auf Wegmarkierungen zu achten, den Hauptweg weiter bergab. Multitasking funktioniert bei mir nicht so gut. Nach Ende des längeren Telefonates konzentriere ich mich auf den Weg und merke bald, dass die rot-weiß-roten Markierungen fehlen. Ich ziehe die Karte zu Rate, kehre um, gehe ca einen Kilometer den Weg bergan zurück. Die Abzweigung ist schnell gefunden. Über eine montierte, robuste Holzleiter überquere ich einen hohen Wildzaun und gehe durch eine Kellergasse nach Mailberg hinunter.

Das Foto unten zeigt Weinbaukultur südlich von Alberndorf an der Weinstraße.

Weinberg südlich von Alberndorf im Weinviertel, Niederösterreich